Mount John am Lake Tekapo – Staunen bei Tag und Nacht

Ein Besuch am Mount John Observatorium auf der Südinsel ist aus zweierlei Hinsicht ein Muss: Am Tag genießt ihr bei einer Tasse Kaffee im Astro Cafe den Ausblick auf Lake Tekapo und die Southern Alps, in der Nacht bestaunt ihr den von Sternen übersäten Nachthimmel. Nur das Erreichen des Gipfels ist nicht so einfach, zumindest nicht für Campervans …

Mount John für die Wissenschaft

Lake Alexandrina von Mount John aus gesehen.

Mount John liegt am südlichen Ende des Lake Tekapo. Er ist 1.029 Meter hoch und auf seinem Gipfel thront das Mount John University Obervatory, betrieben von der [→ Universität of Canterbury, Christchurch. Warum errichtet man das wichtigste Observatorium Neuseelands gerade auf diesem Berg?
Bereits in den 80ziger Jahren hat man in dieser Region gegen den Lichtsmog gekämpft. Nicht nur, um einen ungetrübten Blick auf die Sterne genießen zu können, sondern auch, um Energie zu sparen und die Tierwelt zu schützen. So gibt es strenge Vorgaben z.B. für die Außenbeleuchtungen. Mitte 2012 wurde die Gegend um den Mt. John und Teile des Mackenzie Beckens daher von der International Dark-Sky Association zur [→ „Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve“ ernannt – die Ausmaße des Reserve beträgt über 600.000 Fußballfelder! Beeindruckende Aufnahmen belegen, dass der Nachthimmel über Lake Tekapo alles andere als dunkel ist.

Die blauen Wasser des Lake Tekapo

Aber auch bei Tag bietet Mount John einige wunderbare Ausblicke. Allein die Auffahrt ist bemerkenswert – zumindest wenn ihr mit einem Campervan unterwegs seid. Die Benutzung kostet 5 NZ$ für den Unterhalt der privaten Straße.

Am Fuße des Berges weist ein Hinweisschild auf die maximale Größe des Wagens hin. Dort stand „Busse bis 23 Passagiere“. Also, so dachten wir uns, schaffen wir das auch mit unserem 7 Meter langen Campervan. Die Straße ist zu Beginn recht schmal und steil, auf dem ersten Plateau wird es dann flacher. Der restliche Anstieg ist aber für Campervans dieser Größe ganz bestimmt nicht gedacht: Die Straße wird sehr steil und sehr eng. Das letzte Stück ist auch kaum zu überblicken. Der Clou an der Auf- und Abfahrt – die Straße hat keine Leitplanken – es geht also seitwärts direkt steil nach unten. Nachdem wir schweißgebadet, dafür aber sicher und heil ankamen, waren wir das Highlight für alle umstehenden Autofahrer: Auf dem kleinen Parkplatz stach unser Camper mit weitem Abstand als größtes Fahrzeug hervor.

Ausblick bei Kaffee und Kuchen

Die Auffahrt lohnt sich auf jeden Fall, denn die Aussicht über Lake Tekapo, Lake Alexandrina, die Mackienzie Hochebene mit dem Südalpen-Panorama im Hintergrund ist grandios. Im kleinen [→ Astro Cafe könnt ihr bei Kaffee und Kuchen die Aussicht genießen und euch für die Abfahrt stärken.

Blick auf Tekapo Village vom Mount John

Wenn ihr euch gerne sportlich betätigen wollt, könnt ihr über den [→ Mt. John Summit Track zum Observatorium wandern. Der Track startet in der Nähe der Tekapo Springs und führt hinauf bis zum Gipfel und dort in einem „Rundkurs“ einmal um das Gipfelplateau (5 Kilometer, 2 – 3 Stunden). Wobei Gipfel etwas übertrieben ist, denn die höchste Stelle ist mehr eine Ebene denn ein Gipfel.

Zu jeder Auffahrt gehört ganz automatisch auch die Abfahrt. Mit dem Campervan wieder eine ganze Herausforderung. Das Herz schlug bis zum Hals, der Abgrund war immer eine Handbreite entfernt und der Geruch der Bremsen hing uns in der Nase. Was war das spannend! Das Glück wollte es, dass uns kein Auto entgegenkam und wir nicht gezwungen waren, die Handbremse ziehen zu müssen. Wie man lesen kann, wir sind heil unten angekommen.

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