The city that never sleeps – Queenstown

OK, ich gebe ja zu, der Titel ist ein wenig dick aufgetragen. Queenstown mit New York zu vergleichen, wenn auch nur mit einem Song-Titel, mag leicht übertrieben sein. Dennoch ist Queenstown in Neuseeland das Epizentrum für Abenteurer, Adrenalin-Junckies, Party-Hopper, Spaßliebhaber und Sportbegeisterte – also das Tor zu (fast) unbegrenzten Möglichkeiten, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Queenstown – die Stadt

Queenstown von oben. Mit dem hauseigenen Golfplatz auf der kleinen Insel.

Als ehemalige Goldgräberstadt weiß man in Queenstown, wie goldene Nuggets geerntet werden. In der heutigen Zeit muss dafür jedoch niemand mehr unter Tage und mühselig schürfen. Geschürft wird mit Adrenalin, Spaß und dem Außergewöhnlichen – und das unglaublich erfolgreich. Wahrscheinlich erfolgreicher als die Goldgräber zur damaligen Zeit.
Wo auf der Welt kann man schon mit einem U-Boot in Hai Form tauchen, und das mit 80 km unter Wasser, um dann mit einem plötzlichen 90° Sprung fünf Meter aus dem Wasser katapultiert zu werden? Das ist Queenstown.

Heute leben ca. 13.150 Einwohner (Zahlen aus Juni 2015) in der Stadt – das sind über 12% mehr als noch in 2006. Die Stadt wächst und mit Ihr auch die Touristenströme. Über 2 Mio. Menschen besuchen die Stadt am Lake Wakatipu – davon 48% ausländische und 52% inländische Touristen. In der Beliebtheitsskala rangiert Queenstown somit weit oben.  Ein Grund dafür könnte die perfekte Lage sein – denn egal ob Sommer oder Winter – in Queenstown ist immer Saison. Die meisten Besucher kommen zwischen Dezember und März (Sommer) sowie und Juli bis August (Winter). Eine Winter- und Sommer-Destination.

Neben dem großen Lake Wakatipu befinden sich die Bergkette The Remarkables sowie der Hausberg Ben Lomond vor, hinter und neben Queenstown. In dieser wunderschönen und wettergeschützten Landschaft, mit einem gemäßigten Klima, auf 358 Metern Höhe hat es sich die Stadt gemütlich gemacht. Die Innenstadt ist im Verhältnis zu den vielen Besuchern recht klein und überschaubar –  sie vermittelt damit ein echtes Laissez-faire Gefühl. Vor allem die Promenade, der gemütliche Uferbereich und der Weg zu den Queenstown Gardens machen die Stadt liebenswert. Vor allem Abends, wenn das Licht die Dunkelheit durchbricht, die Restaurants und Kneipen voll sind, ist diese Stadt weiterhin ein beschaulicher Ort. Denn durch die [→ Alcohol ban area  bleibt die Innenstadt sauber, frei und frei von nervigen Betrunkenen.
Und wem hat Queenstown diesen steilen Aufstieg zu  verdanken? Den Namen A. J. Hackett dürfte den meisten bereits bekannt sein. Er ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Stadt als das Mekka für Adrenalin-Junckies gilt.

What to do in Queenstown

Queenstown bei Nacht – gemütliche Atmosphäre und schön illuminiert.

The city that never sleeps – wie auf Neuseeland üblich werden auch hier die Bürgersteige früher als in Europa hochgeklappt. Doch über Tag schläft die Stadt sicherlich nicht. Eigentlich wollte ich euch eine Liste der schönsten und besten Attraktionen an die Hand geben. Doch die Menge an Aktivitäten erschlägt einen.
Den besten und auch einfachsten Überblick über die Stadt, den See und die Natur erhaltet ihr natürlich von oben. Dafür nutzt ihr ganz bequem die [→ Skyline Gondola. Sie bringt euch hoch zum Bob’s Peak. Von dort aus habt ihr einen wirklich wunderbaren Ausblick auf die Umgebung. Wenn ihr dann irgendwann genug vom Ausblick habt, dann könnt ihr mit den ersten Aktivitäten beginnen und das oben auf dem Berg – Sommerrodelbahn (sehr lustig!), Bungee-Jumping, Tandem-Paraglide, Flying-Fox (am Stahlseil durch den Wald gleiten). Zu Land, zu Wasser und in der Luft, ihr könnt dort quasi alles erleben… So etwas banales wie Wandern geht natürlich auch. Wer also „nur“ seine Füße bewegen möchte, dem seien diese Empfehlungen des DOC ans Herz ähm an die Wanderschuhe gelegt [→ 13 Wanderungen vom DOC. Auch Mountainbiker kommen hier auf ihre Kosten [→ Mountainbike Queenstown.

Und dann gibt es natürlich noch das Bungee-Jumping-Ding. Dieses wurde, so besagt die Legende, von A.J. Hackett als erstes kommerzialisiert. Es ist wahrscheinlich überflüssig zu erwähnen, dass Hackett ein Neuseeländer ist. Inzwischen gibt es weltweit unendlich viele Jumping Möglichkeiten. Doch seit 1988 bis heute pilgern scharenweise sprungbegeisterte Menschen zur Kawarau Bridge, um sich mutig 43 Meter in die Tiefe zu stürzen – mit und ohne Wasserkontakt. Das Sprung-Mekka liegt ca. 23 km von Queenstown entfernt. Aber Queenstown wäre nicht Queenstown wenn es inzwischen nicht noch spektakulärer ginge – wer gerne einen 8,5 Sekunden freien Fall erleben möchte, der sollte diese Seite besuchen und sich erkundigen – verrückt! [→ Dein Sprung des Lebens.

Bei meiner Suche bin ich auf die Zahl von [→ 150 Adrenalin Aktivitäten (pdf) in und um Queenstown gestoßen. Im ersten Moment unglaublich, doch auch die detaillierte Auflistung von [→ Queenstown selbst bringt eine Fülle an Möglichkeiten mit sich. Wie ihr sehen könnt, den verrückten Kiwis ist keine Idee zu verrückt um sie nicht umzusetzen. Viele der hier erfundenen – nennen wir sie mal liebevoll – Sportarten werden früher oder später weltweit kopiert oder direkt exportiert.

Pro und Contra Queenstown

Einfach ein Stück Weg folgen, schon wird ruhig und die Aussicht immer besser!

Die Stadt polarisiert! Liest man Berichte zu Queenstown gibt es nur die Standpunkte „I’m lovin‘ it“ oder „Bleib mir weg damit“. Natürlich fällt dieser Ort Neuseelands etwas aus dem Rahmen und ist mit den anderen Städten nicht vergleichbar. Dort ist es quirliger, hektischer, lauter und natürlich viel kommerzieller, als an jedem anderen Ort. Erreicht man Queenstown nach zwei Wochen Abstinenz von der Zivilisation, dann erschlagen einen die vielen Autos, Leute und der Geräuschpegel – keine Frage. Vergleicht man die Ankunft jedoch mit der Rückkehr von Neuseeland in die Heimat, dann handelt es sich nur um einen wirklich kleinen Kultur-Schock. Für eingefleischte Zivilisationsmeider ist Queenstown sicherlich ein rotes Tuch. Für alle Rundreisenden ist es ein Must-See Ort. Denn auch von hier aus starten großartige Wanderungen.
Übrigens: Hobbit-Fans müssen diesen Ort einfach besuchen. Denn die Bergkette The Remarkables gehört zu Mordor, der Weg und die Umgebung zum Örtchen Glenorchy – 45 Minuten von Queenstown entfernt – sind wichtige Filmplätze für die Trilogie gewesen.

Unser Tipp: Möchtet ihr Queenstown einmal im Ausnahmezustand erleben – genießt die Stadt am 31.12. Aus dem ganzen Land treffen sich jungen Leute und feiern zusammen Silvester. Ein Spektakel, dass man so schnell nicht vergisst – und das besser ist als jede Reality Show. Das bunte Rahmenprogramm mit Musik und Feuerwerk wird von der Stadt organisiert und dauert natürlich die ganze Nacht. Kombiniert mit einem gemütlichen Abendessen und einer darauffolgenden Weinverkostung bleibt dieser Jahreswechsel sicher lange in Erinnerung.

Wer noch ein wenig über Queenstown und dessen Freud und Leid mit den Touristen lesen möchte [→ Tagesspiegel

 

 

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