Pounamu, das grüne Gold Hokitikas

von Südinsel

Der Westen der Südinsel ist durch die rauhe Tasman See, den stetigen Wind und die hohe Gebirgskette „Southern Alps“ gekennzeichnet. In der gesamten Region leben gerade einmal 33.000 Personen, das macht pro km² 1,4 Einwohner – damit ist die Westküste eine der dünnst besiedelsten Gegenden Neuseelands. Der bekannteste Ort auf dem 600 km Abschnitt ist Hokitika. Ein Ort, der im Grunde sehr wenig bis gar nichts zu bieten hat. Dennoch steuern Tag tagtäglich unzählige Reisebusse dieses kleine Städtchen mit seinen 3.450 Einwohnern an. Was hat diese kleine Gemeinde, was andere Städte nicht haben?

Pounamu

Uhr an der Hauptstraße von Hokitika

Hokitika, Hauptstadt der neuseeländischen Jade.

Pounamu ist die Antwort – das grüne Gold Neuseelands – auch Greenstone oder einfach nur Jade genannt. Dieser durchaus schöne Stein zieht viele Touristen an die Westküste. Denn den Jade-Stein gibt es nur auf der Südinsel und auch dort nur an relativ wenigen Stellen. Die genauen Fundorte sind:

  • das Gebiet um Nelson
  • Hokitika und Umgebung
  • der Norden des Lake Wanakas
  • in und um die Livingstone Mountains
  • Lake Wakatipu
  • Südwestküste um die Big Bay und die Jackons Bay
  • sowie am Milford Sound

Wie auch beim Edelstein legt erst der besondere Schliff und die Fertigkeit des Schleifers/Künstlers die Schönheit eines jeden einzelnen Steins frei. Auf Neuseeland gibt es zwei verschiedene Jade-Arten, die [→ Nephrit– und die [→ Bowenit Jade. Die letzt Genannte wiederum ist nur am Milford Sound zu finden. Nimmt man es ganz genau, dann ist der Mischkristall Nephrit keine Jade. Dieser besteht nämlich aus den Mineralien Tremolit und Aktinolith. Die verschiedenen Farben des Nephrit Minerals werden durch Chrom und Eisen hervorgerufen. Daher kann die Nephrit-Jade hellgrün, dunkelgrün, graugrün bis hin zu schwarz erscheinen. Das Mineral Bowenit – welches auf Neuseeland nur am Milford Sound vorkommt – ist eine Variante des Minerals Antigorit. Die wirklich „echte“ Jade besteht aus [→ Jadeit, einem chemisch vollkommen anderem Material. Um das ganze noch verwirrender zu machen – die neuseeländische Jade hat auch für die jeweiligen Fundorte eigene Bezeichnungen. Die Jade, die z.B. am Fluss Marden gefunden wird, heißt dementsprechend Mardsden Flower Jade, Arahura Jade stammt somit aus dem gleichnamigen Fluss Arahura. Eine ausführliche Übersicht über die verschiedenen Herkünfte findet ihr auf der Webseite [→ FundInsel. Immer noch nicht genug Informationen – eine umfassende Zusammenstellung über die verschiedenen weltweiten Jade-Typen erhaltet ihr bei [→ MountainJade.

Jade-Schmuck

Ob nun echte Jade oder nicht – der (meist) grüne Stein ist wunderschön und ein echter Hingucker – vor allem ist es ein sehr persönliches Erinnerungsstück an eine unvergessliche Reise. Die Klassiker in jedem Laden sind die typischen Maroi Anhänger. Darüberhinaus gibt es inzwischen auch unzählige weitere Schmuckstücke – in Form von Herzen, Kreuzen, Kiwis, diversen Symbolen etc. Damit findet auch jeder kosmopolitische Tourist sein persönliches Schmuckstück. Die maorischen Symbole sind:

  • Koru – die Spirale eines Farnwedels symbolisiert ein neues Leben, einen Neuanfang, eine Weiterentwicklung.
  • Hei Matu – der Angelhaken symbolisiert den Respekt vor dem Wasser und seinen Bewohnern.
  • Toki – das Zeichen des Handwerkes. Mit diesem Werkzeug wurde früher Holz bearbeitet.
  • Hei Tiki – die Symbolik ist hier nicht ganz einwandfrei geklärt. Es handelt sich wohl um den ersten Menschen, der von den Sternen kam – quasi der Urahne allen Lebens.
  • Twist – das Symbol der Ewigkeit. Als einzel, doppel oder trippel Twist führen die Windungen von einanderweg und kommen sich wieder näher, es gibt keinen Anfang und kein Ende.
  • Manaia – der Boote zwischen irdischer und spiritueller Welt.

Je nach Steinmetz/Künstler sehen die Schmückstücke natürlich unterschiedlich aus. Es gibt die 0815 Schmuckstücke, die ohne viel Liebe zum Detail hergestellt worden sind und es gibt die wirklich schönen kunstvollen Stücke. Das Zusammenspiel aus Jade-Stein, Pigmentierung, Lichtdurchlässigkeit und Design machen jedes Stück einzigartig. Ich wollte damals mal schnell eben „so ein Mitbringsel“ kaufen, stellte dann aber fest, „mal eben“ ist nicht. Es hat ein paar Läden und viele Steine gebraucht, bis das ich „meinen“ Stein gefunden habe. Seit 2011 ist dieser auch mein ständiger Wegbegleiter – und seit 2015 ist ein zweiter hinzugekommen. Wenn ihr detailliertere Informationen zu den einzelnen Symboliken sucht, diese beiden Webseiten haben alles ausgibig erklärt: [→ FundInsel und [→ MyGreenStone

Inzwischen erhält man in fast allen größeren Städten Neuseelands Jade-Schmuckstücke. Inwieweit diese Jade aus Neuseeland kommt und nicht z.B. aus China importiert ist … das vermag ich nicht zu sagen. Aber selbst in Hokitika, dem eigentlichen Jade-Zentrum mit zig Läden auf der Hauptstraße kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich immer um das schöne Mineral vor der Haustüre handelt. Bei den steigenden Touristenzahlen und den damit verbundenen höheren Absatzmengen kann dies nicht alles vor Ort hergestellt worden sein. Viele Läden sind dazu übergegangen die Jade und die Arbeit zertifizieren zu lassen, damit hat man beim Kauf eine gewisse Sicherheit. Übrigens kann man vielen der Steinmetze auch über die Schulter schauen – eine spannende Angelegenheit. Hier findet ihr eine Übersicht über die [→ Jade-Läden in Hokitika. Ach ja und Hokitika ist natürlich auch noch da – das kleine Städtchen habt ihr jedoch schnell erkundet, ein Gang an den Strand lohnt sich in jedem Fall. Ansonsten ist dort nicht so viel los und zu sehen. Für eure Reise könnt ihr einen halben Tag inkl. Kauf einplanen. Für alle, die sich ein Schmuckstück gönnen, aber nicht die weite Reise unternehmen können oder wollen – bei [→ mygreenstone.de könnt ihr einige neuseeländische Jade-Schmuckstücke kaufen.  

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