Lake Taupo und sein tosendes Ende

Mitten im Herzen der Nordinsel Neuseelands liegt der größte See des Landes, der Lake Taupo. Dieser ist ca. 40 km lang, 28 km breit und bis zu 160 Meter tief. Über 30 Zuflüsse versorgen dieses Naherholungsgebiet mit frischem Wasser. Eine Besonderheit liegt im Abfluss des See-Wassers – es gibt nämlich nur einen einzigen. Das Wasser des Sees fließt in den den Waikato River – dem längsten Fluss Neuseelands. Und damit beginnt das Naturschauspiel.

Wie ihr sehen könnt, Lake Taupo ist groß

Huka Falls

Wenige Kilometer hinter dem Lake Taupe zwängt sich der ca. 100 Meter breite Waikato River durch einen nur knapp 15 Meter breiten Canyon. Am Ende des Canyon fallen die Wassermassen ca. 11 Meter tief um sich dann wieder im breiten Flussbett zu beruhigen. Pro Sekunde fließen durch diese Engstelle ca. 220.000 Liter Wasser. Diese spektakuläre Attraktion heißt Huka Falls und ist ein Highlight für jede Neuseeland-Reise.

Huka Falls – das tosende Ende

Das eisblaue und klare Wasser aus dem Lake Taupo quetscht sich mit aller Macht durch die Engstelle im Felsen. Das Flussbett, welches vorher noch breit war und dem Wasser viel Platz bot, verengt sich auf über wenige Meter. Das ruhige Gewässer wird in den 15 Meter breiten Kanal gedrückt, reichert sich mit viel Sauerstoff an, wirbelt hin und her schlägt um sich, peitscht von einer auf die andere Seite, um dann mit tosendem Gebrüll 11 Meter tief zu fallen. Erst dann kommt das Wasser wieder – nach einer Runde im Whirlpool, zur Ruhe und folgt dem nun wieder breiten Flussbett in alter Gemütlichkeit.

Da wo es Naturschauspiele gibt, gibt es traditionell auch viele kommerzielle Möglichkeiten sich dieses anzuschauen. Generell ist der Besuch der Huka Falls, wie alle Naturschauspiele auf Neuseeland, kostenfrei. Ein großer Parkplatz bietet viel Plat für Autos und Camper. Nach einem kurzen Fußmarsch erreicht man die Brücke, die über den Fluss führt. Danach geht es stromabwärts zum eigentlich Fall.
Wer es spektakulärer mag, der schaut sich die Huka Falls vom [→ Boot aus an oder setzt sich in einen [→ Hukafalls Jet und kommt so dem Ereignis ganz nah.

Wie immer bei diesen Touristenhöhepunkten gilt: Die besten Besichtigungszeiten sind entweder früh morgens oder spät abends. Immer dann, wenn die Busladungen von Menschen noch kommen müssen oder schon wieder weitergezogen sind.

Lake Taupo

Doch zurück zu Lake Taupo. Das größte Städtchen am See ist die gleichnamige Stadt Taupo, mit ca. 23.000 Einwohnern. Hier gibt es einen schönen [→ Top 10 Holiday Park. Ab hier beginnt die vulkanische Gegend, die sich bis hoch nach Rotorua zieht. Vom Lake Taupo bis Rotorua gibt es eine Vielzahl von vulkanischen Naturparks zu erkunden. Damit bietet es sich an, in Taupo zu übernachten um am nächsten Tag einige der kommerziellen Parks zu besuchen.

Wer gerne Wassersport treibt, der ist am Lake Taupo ebenfalls genau richtig. Es werden viele sportliche Aktivitäten angeboten – Parasailing, Jetski, Wasserski, Kajak fahren, angeln, Golfen auf dem Wasser…. Auch für Fotografen bietet der See mit seinem Umland viele schöne Motive. Im Hintergrund erkennt man noch die Vulkane vom Tongariro National Park. Mit einem guten Objektiv können eine Vielzahl schöner Fotos entstehen.

Ausblick auf den Lake Taupo

Die Entstehung von Lake Taupo

Wie so viele schöne und spannende Plätze in dieser Region hat auch dieser See eine aktive und feurige Geschichte hinter sich. Die begann vor ca. 300.000 Jahren. Die Pazifische Platte schob sich unter die Australische Platte (was die beiden Platten heutzutage auch noch machen). Dies begünstigte die Bildung von Vulkanen und Vulkanschloten. Einer der großen seiner Art wurde der Taupo Vulkan. Vor noch nicht allzu langer Zeit, nämlich vor ca. 26.500 Jahren entschied sich der Vulkan für eine Megaexplosion. Diese Eruption bekam den Namen – und ist darunter auch bekannt [→ Oruanui-Ausbruch. Bis heute findet man in vielen Gegenden auf der Nord- und der Südinsel hohe Ablagerungen (bis zu 2 Meter) im Boden aus dieser Zeit. Der Vulkanausbruch gilt heute als einer der Größten der letzten 70.000 Jahren.
Nach dem Ende der Vulkan-Wut, kollabierte die Magmakammer unterhalb des Vulkans und viel in sich zusammen. Es entstand eine ca. 500 Meter tiefe Caldera. Im Laufe der Jahre folgten weitere kleinere Ausbrüche, die dem Lake Taupo sein heutiges Gesicht gaben. Das ganze Gebiete füllte sich nach und nach mit Wasser und lies so den See entstehen. Im Norden des Lake Taupo am Grunde des Sees existiert der Taupo Vulkan noch heute.
Schaut man sich die Lage des Sees und die Lage des Vulkans an, erkennt man sehr gut die Taupo Volcanic Zone. Die Vulkan Zone beginnt mit dem Mount Ruapehu, zieht sich über den Lake Taupo, zum Lake Rotorua und erstreckt sich dann bis [→ White Island. Die Taupo Volcanic Zone ist ebenfalls Teil und gleichzeitig das Ende des südwestlichen Pazifischen Feuerrings.
Und wenn ihr dort zu Besuch seid und die ersten faulen Eier riecht, dann wisst ihr, hier hat Mutter Natur noch das Sagen! Viel Spaß beim Erkunden!

Wenn dir der Beitrag gefällt, teile ihn mit deiner Welt:

One Comment on “Lake Taupo und sein tosendes Ende

  1. Pingback: Craters of the Moon – Mondlanschaften auf Neuseeland › Neuseeland erleben › Von Jochen Kolb

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.