Tiefer Sturz: Neuseeland nur noch auf Rang 5

Der Social Progress Index (SPI) misst seit 2013 den sozialen Fortschritt in 133 Ländern. Der Grundgedanke beruht auf der Einsicht, dass der Fortschritt eines Landes nicht allein am Bruttosozialprodukt zu messen ist.

Im Jahr 2014 belegte Neuseeland noch den ersten Platz, in diesem Jahr nur noch den fünften! Wie konnte es dazu kommen?

Über ein halbes Jahrhundert galt das BIP als entscheidendes Maß wirtschaftlicher Entwicklung. Der SPI soll diesen Indikator nun als zentrales Messinstrument nationaler Leistungsfähigkeit ergänzen (nicht ersetzen). Die Messung des sozialen Fortschritts bietet Bürgern und Regierungsvertretern die Möglichkeit ein vollständigeres Bild der Entwicklung ihres Landes zu erhalten. Dies unterstützt die Gesellschaften dabei, bessere Entscheidungen zu treffen, stärkere Gemeinschaften aufzubauen und den Menschen ein erfüllteres Leben zu ermöglichen.
[→Michael Porter, Chairman of the Advisory Board to the Social Progress Imperative

Weltweiter Vergleich

Übersicht der Indikatoren für den Social Progress Index

Auf der Basis von 52 Indikatoren aufgeteilt in die drei  Hauptkategorien „Grundbedürfnisse“, „Grundlagen des Wohlbefindens“ und „Chancengleichheit“ wird die soziale Leistungsfähigkeit ermittelt. Es überrascht nicht, dass sich mit steigendem Einkommen auch der SPI verbessert.
Dass ein guter SPI nicht einhergehen muss mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt zeigt das Beispiel Costa Rica (Platz 28). Es kann einen besseren SPI vorweisen als Italien (Platz 31), erwirtschaftet aber nur ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf im Vergleich zu Italien.

Neuseeland nur noch Rang 5!

Vergleich der Plätze 2015 und 2014 im Social Progress Index

Im Jahr 2014 stand Neuseeland noch auf Rang 1 des SPI ([→zu unserem Bericht von damals). Nun kommt das Land nur noch auf Platz 5. Was ist passiert?
Frei nach dem Motto „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ erläutert der [→Artikel von Simon Collins im New Zealand Herald, welche Faktoren zum „Absturz“ geführt hätten.
So ist zum Beispiel ein Indikator neu aufgenommen worden: „frühe Hochzeit“. Hierbei heiratet die Frau im Alter von 15 bis 19 Jahren. Hier liegt Neuseeland auf Rang 62 von 133 Ländern.  Simon Collins verweist darauf, dass der größte Anteil an den „frühen“ Hochzeiten, nämlich 7,8% des insgesamt 8,2% Anteils, auf „consensual unions“ (also das gemeinsame Zusammenwohnen ohne Trauschein) zurückzuführen sei.
Ein Überblick über das Abschneiden gibt die [→Scorecard. Den vollständigen Bericht könnt ihr auf [→socialprogressimperative.org lesen.

Was tun, Neuseeland?

Trotz des Absturzes von Rang 1 auf Rang 5 ist Neuseeland immer noch ein Land mit hoher Lebensqualität. Der SPI gibt Hinweise oder liefert Beweise, an welchen Faktoren eine Regierung noch arbeiten muss oder bereits gearbeitet hat, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.
Steigern kann sich Neuseeland noch in den Werten für „Nachhaltigkeit“ im Ökosystem und Zugang zu weiterführender Bildung. Die besten Werte erzielt NZ in grundlegender Bildung sowie in den persönlichen Rechten.

So muss man sagen: Hut ab Neuseeland! Ein guter 5. Rang!

 

PS: Deutschland fällt von Rang 12 in 2014 auf jetzt Rang 14 zurück: „…and has the most room to improve on Tolerance and Inclusion.“ [→Scorecard

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