Tama Lakes im Tongariro National Park

von Nordinsel

Der Mount Tongariro National Park liegt zentral auf der Nordinsel Neuseelands. Bei diesem Namen denkt man unweigerlich an die wunderbare Wanderung Tongariro Alpine Crossing. Neben dem wahrscheinlich bekanntesten Wanderweg in Neuseeland bietet der Nationalpark aber noch eine ganze Reihe von weiteren Wanderungen. Einer dieser Wege ist der Tama Lakes Tramping Track – und diesen stellen wir euch nun vor.

Tama Lakes Tramping Track

Ihr habt bereits den spektakulären [→ Tongariro Alpine Crossing Weg erfolgreich erwandert und seid auf der Suche nach einem weiteren Wanderweg im Park? Oder ihr könnt aus gesundheitlichen Gründen den steilen Aufstieg des Alpine Crossing nicht bewerkstelligen?

Dann drängt sich quasi der Tama Lakes Tramping Track auf. Dieser Track ist ca. 17 km lang und dauert ca. 5 Stunden. Hin- und Rückweg sind dabei die gleiche Strecke, es ist also kein Rundwanderweg. Nur der Beginn oder das Ende – je nachdem wie ihr den Weg startet – kann anders gelaufen werden.
Um es gleich vorweg zu nehmen der Track ist nicht so spektakulär wie sein berühmter Bruder, dafür entfallen die steilen Auf- und Abstiege. Dennoch hat man die ganze Zeit einen fantastischen und unverstellten Blick auf die beiden Giganten des Parks, den Mount Ruapehu auf der rechten und den Mount Ngauruhoe auf der linken Seite.

Von der SH 47 geht es auf die SH 48 in den Tongariro National Park bis zum Whakapapa Village.

Der Start

Da die Wanderung doch recht lange dauert, lohnt es sich am Abend vorher den Whakapapa Holiday Camping anzufahren. Die Wanderung startet dann ca. 100 Meter unterhalb des Whakapapa Visitor Centre, am Ende des Ngauruhoe Platzes. Wie bei allen Wanderungen gilt auch hier: je früher ihr mit der Wanderung beginnt, desto weniger Menschen werdet ihr unterwegs treffen. Die gesamte Wegstrecke ist Teil des Tongariro Northern Circuit. Wer also Lust hat noch viel mehr zu laufen, kann auch von dort mit dem Circuit starten.
Gleich zu Beginn des Tama Lakes Tramping Track müsst ihr euch entscheiden, rechts- oder links herum. Folgt ihr den linken Weg, kommt ihr an den Taranaki Falls vorbei – folgt ihr eurer rechten Hand, geht es daran vorbei. Später vereinen sich beide Wege wieder oberhalb des Taranaki Wasserfalls. Ihr könnt euch somit überlegen, ob ihr den Wasserfall zuerst oder zuletzt sehen wollt. Wir empfehlen den rechten Weg, da dieser gemächlich an Höhe gewinnt und der Wasserfall zum Ende der Wanderung noch einmal ein Highlight setzt. Zudem geht es am Wasserfall kurz und steil zum eigentlich Weg hinauf. Diese Anstrengung könnt ihr euch getrost sparen und den Weg später lieber abwärts gehen :-).

Start der Wanderung – von hier aus geht es links zum Tongariro Wasserfall oder rechts auf direktem Wege zu den Tama Lakes

Der Weg zu den Tama Lakes

Der ganze Weg verläuft auf festem Untergrund (Kies, Holz, befestigter Weg) und bewegt sich auf einer Hochebene. Die Steigungen sind moderat und verlaufen meist über eine längere Strecke. Wie zu Beginn so müsst ihr auch am Ende eine Entscheidung treffen. Es gibt die Lower Tama Lakes und die Upper Tama Lakes. Um zu den Upper Tama Lakes zu kommen, folgt ihr den Weg nach den Lower einfach weiter nach oben. Der Weg hoch wird dann jedoch steiler. Auf einem recht kurzen Stück müssen 200 Höhenmeter überwunden werden. Für euch als gute Wanderer natürlich keine wirkliche Herausforderung. Wir sind nur bis zu den Lower Tama Lakes gekommen. Für die Upper Lakes waren wir einfach zu spät unterwegs. Zudem nahm der Wind zu und blies uns kräftig ins Gesicht – sagen wir es wie es war: Wir hatten dann keine Lust mehr.

Der Untergrund, auf dem ihr wandert, besteht aus Lavagestein. Über die Jahrtausende haben Sand, Erde und Steine die Lava überdeckt. Daher ist die Vegitation dort auch eher spärlich. Ihr wandert an Büschen und alpinen Strauchgewächsen („tussocks country“) vorbei. Während der Wanderung bekommt ihr einige Einblicke in die geologische Zusammensetzung des Bodens, die unterschiedlichen Schichten sind gut sichtbar. Durch die niedrigen Büsche habt ihr eine grandiose Fernsicht auf das Umland des National Parks bis weit ins Landesinnere. Voraussetzung: Das Wetter ist gut und die Wolken hängen nicht allzu tief. Immerhin bewegt ihr euch schon auf knapp 1.100 Metern Höhe.

Die beiden Vulkane begleiten euch die ganze Zeit und bieten ebenfalls viele grandiose Fotomotive. Am Ziel angekommen, seht ihr die drei der sechs Tama Lakes. Einer ist mit Wasser gefüllt, die anderen beiden erkennt ihr an der Form. Nun stellt sich die Frage: Zurück oder weiter zu den Upper Tama Lakes?

Von einem Wanderweg aus kann man den schneebedeckten Vulkan Mount Ruapehu sehen

Auf der Wanderung ist Mount Ruapehu ein ständiger Begleiter.

Die Taranaki Falls

Wie ihr euch auch entschieden habt, ihr müsst den gleichen Weg zurücklaufen. Das ist dann doch etwas eintönig und kann sich in die Länge ziehen. Interessant wird es wieder, sobald ihr die Gabelung Richtung Taranaki Falls erreicht. Nachdem ihr so gut eingewandert seid, nehmt ihr die 100 Stufen abwärts zum Aussichtspunkt mühlos in Kauf. Mit jeder Stufe abwärts könnt ihr mehr vom Taranaki Wasserfall erblicken. Dieser fällt 20 Meter tief, um dann im Wairere Fluss weiterzufließen. Nachdem ihr genügend Fotos vom Wasserfall gemacht habt, lauft ihr Richtung Wald. Ab jetzt geht es leicht abwärts und größtenteils durch den schönen Buchenwald. Der Fluss begleitet euch dabei noch eine Zeitlang. Am Ende macht der Weg eine Biegung nach links und ihr nähert euch wieder eurem Ausgangspunkt. Ohne die Upper Tama Lakes seid ihr nun ca. 15 km gelaufen und habt ca. 348 Höhenmeter hinter euch gebracht. Ihr seht, ein recht unstrapaziöser, aber empfehlenswerter Wanderweg.

Die Taranaki Falls – das Wasser fällt am Ende eines Lavarückens 20 Meter in die Tiefe.

Was bedeutet Tama Lakes eigentlich?

Die Tama Lakes sind heute Kraterseen zwischen Mount Ruapehu und Mount Ngauruhoe. Vor rund 10.000 Jahren sind dort die Vulkankrater explodiert. Die Überreste haben sich mit der Zeit teilweise mit Wasser gefüllt. Insgesamt gibt es 6 übrig gebliebene Krater. Habt ihr sie alle gesehen?

Weitere Informationen zur Wanderung findet ihr hier [→ DOC Tama Lakes Track


Unsere Tipps

  • Bevor ihr die Wanderung startet informiert euch über das Wetter. Das kann dort oben schnell umschlagen.
  • Beachtet, dass der Weg so gut wie keinen Schutz vor der Sonne bietet – also eincremen und Sonnenhut nicht vergessen.
  • Da es dort recht häufig und kräftig windet, die Windjacke nicht vergessen.
  • Davon kann man nie genug auf einer Tour dabei haben: Wasser!

Unsere Fotogalerie zur Wanderung

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie zufrieden bist du mit diesem Beitrag? Fünf Sterne = Top, ein Stern = Flop. Für einen Kommentar scrolle einfach nach unten. Danke für deine Reaktion!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen: 5,00 von 5)
Loading...
Wenn dir der Beitrag gefällt, teile ihn mit deiner Welt:

Hier gibt’s weiteren Lesestoff:

Weltklasse: Neuseeländischer Wein & ein deutscher Sommelier

Neuseeländische Weine sind ganz besonders gute Tropfen. Woher das kommt, erklärt euch Markus, ein junger Sommelier aus München.

Rundreise Neuseeland: Einmal hin, alles drin

Ihr möchtet die Nord- und die Südinsel Neuseelands in einer Reise sehen? Nutzt unseren Routenvorschlag und lasst euch inspirieren.

Rundreise: In 21 Tagen um die neuseeländische Südinsel

Als Neuseeland-Urlauber will man die Zei vor Ort besonders gut nutzen. Aber wie bringt man all die schönen Orte, die netten Leute, die üppige Fauna und Flora in
„nur“ 3 Wochen unter? Im Beitrag erfahrt ihr mehr über die Route!

Das Wetter für deinen Neuseeland-Urlaub

Das Wetter in Neuseeland kann wie in Deutschland sehr launig sein. Womit ihr rechnen dürft sagen wir euch in diesem Beitrag

Abel Tasman – der langweiligste Nationalpark Neuseelands

He is so boring – diese Aussage haben wir uns sehr häufig anhören dürfen. Ob von Backpackern, Fahrrad-Touristen oder Campern, viele rieten uns ab in Richtung Motueke zu fahren und uns den kleinsten Nationalpark Neuseelands anzuschauen

Interview mit 2 Frischvermählten – Teil 2

Im Januar haben wir Julia und Dan zum Interview gebeten. Sie standen kurz vor ihrer Hochzeitsreise mit dem Ziel Neuseeland. Nun berichten die beiden über ihre Tour und ihre Erlebnisse.

Doubtful Sound – Stille im Fiordland

Während der Milford Sound geradezu von Touristen überschwemmt wird, geht es am Doubtful Sound deutlich ruhiger und entspannter zu. Hier könnt ihr Vögel statt Helikopter hören, Seelöwen statt Menschen beobachten und klare Luft statt Dieseldämpfe atmen. Doubtful Sound – Sound of Silence.

Kaikoura – den Meeresbewohnern so nah!

Spätestens bei der Neuseeland-Reiseplanung stolpert jeder über das Örtchen Kaikoura. Es ist das Mekka für alle Wal-, Robben- und Delphine Beobachtungen.

The city that never sleeps – Queenstown

Queenstown ist in Neuseeland das Epizentrum für Abenteurer, Adrenalin-Junckies, Party-Hopper, Spaßliebhaber und Sportbegeisterte – also das Tor zu (fast) unbegrenzten Möglichkeiten, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Neuseeland (wirklich) erleben – Interview mit Anja Schönborn

Der Name Anja Schönborn ist sicher vielen von euch bekannt. Wenn ihr ihn auf Anhieb nicht zuordnen könnt, hier einige Hinweise: Sie ist Redakteurin bei 360° Grad Neuseeland, Autorin eines Reiseführers über Wellington und Neuseeland, TV-Dokumentarin und und und.

Geheimtipp: Wandern in der Kaitake Range

Die Kaitake Range liegt ganz in der Nähe vom Mount Taranaki. Dort gibt es einen schönen Wanderweg mit sehr wenig Tourismus. Ein Kleinod im Egmont National Park.

Neuseeland (wirklich) erleben – Interview mit Anja Schönborn

Der Name Anja Schönborn ist sicher vielen von euch bekannt. Wenn ihr ihn auf Anhieb nicht zuordnen könnt, hier einige Hinweise: Sie ist Redakteurin bei 360° Grad Neuseeland, Autorin eines Reiseführers über Wellington und Neuseeland, TV-Dokumentarin und und und.

Rundreise: In 37 Tagen um die neuseeländische Nord- und Südinsel

Eure Anfrage lautete: Was können wir alles in 37 Tagen auf der Nord- und der Südinsel sehen. Wir haben geantwortet und euch einen Plan zusammengestellt.

Silica Rapids Walk im Tongariro National Park

Der Tongariro National Park hat eine Vielzahl von Wanderungen. Ein sehr schöner und einfacherer Weg mit echter Farbenpracht ist der Silica Rapids Walk.

i-Sites – Übersicht und Karte der Nordinsel

Hier geben wir euch eine Übersicht über die iSite-Vertretungen auf der Nordinsel

Die Natur als Landschaftsgärtnerin – Wai-o-Tapu

Der Klassiker unter den thermalen Freizeitparks. Hier ist die Natur als außergewöhnliche Landschaftsgärtnerin aktiv gewesen. Dieses Highlight dürft ihr euch nicht entgehen lassen.

Ein heißer Ritt auf der Erdgeschichte – oder so ähnlich

In der Nähe von Lake Taupo gibt es so einiges zu erleben und bestaunen. Da wäre das Volcanic Activity Center oder die Rapids Jets – die Stromschnellen-Monster.

Das Wetter für deinen Neuseeland-Urlaub

Das Wetter in Neuseeland kann wie in Deutschland sehr launig sein. Womit ihr rechnen dürft sagen wir euch in diesem Beitrag

Bridal Veil Falls – Zerstäubende Schönheit im Nirgendwo

Wie so häufig ist auch dieses Naturschauspiel ein Überbleibsel eines Vulkanausbruchs. Die Folgen können wir heute noch bestaunen: Die Brautschleierwasserfälle in der Nähe von Raglan.

Kauri dieback – jetzt auch auf der Coromandel Halbinsel

Kauri dieback – die tödliche Krankheit für die wunderschönen Kauri-Bäume – jetzt auch auf der Coromandel Halbinsel – leider.

Bekannt & berüchtigt: die Safety Videos von Air New Zealand

Das Safety Videos nicht immer langweilig sein müssen beweist Air New Zealand jedes Mal auf’s Neue. Die Airline sprüht vor Ideen und Fantasie, wenn es um die eigentlich langweiligen Sicherheitsvorschriften geht.

geCheckt: Die Urlaubsvorbereitungen starten

Wer eine Reise beginnt, muss im Vorfeld alles gecheckt, geplant und organisiert haben. Wir sagen euch, was ihr für eure Neuseelandreise alles einpacken solltet!

Lake Taupo und sein tosendes Ende

Mitten im Herzen der Nordinsel Neuseelands liegt der größte See des Landes, der Lake Taupo. Eine Besonderheit liegt im Abfluss des See-Wassers. Das Wasser des Sees fließt in den den Waikato River – dem längsten Fluss Neuseelands. Und damit beginnt das Naturschauspiel.

Rundreise: In 37 Tagen um die neuseeländische Nord- und Südinsel

Eure Anfrage lautete: Was können wir alles in 37 Tagen auf der Nord- und der Südinsel sehen. Wir haben geantwortet und euch einen Plan zusammengestellt.

Hilfe Instagram liefert noch mehr Ziele – 45TageNZ

Im Prinzip hatte ich meine 2-wöchige Reise für die Südinsel in 2018 bereits komplett ausgearbeitet.Doch dann habe ich mich ein wenig auf Instagram umgesehen… und schon findet man mit wenigen Klicks weitere Ziele für die ersten 14 Tage.

45 Tage Neuseeland: Prioritäten für die Camper-Auswahl

So langsam müssen wir uns um den Camper Gedanken machen. In einem weiteren Beitrag haben wir schon über die Ausstattungsmerkmale geschrieben, darum haben wir uns diesmal „nur“ über die Prioritäten geeinigt.

Über den Wolken… der direkte Flug nach Neuseeland

Wer es noch nicht wußte: Neuseeland ist weit weit weg. Von uns aus gesehen der mit Abstand weiteste Punkt auf der Erde, zumindest der weiteste...

i-Sites – Übersicht und Karte der Nordinsel

Hier geben wir euch eine Übersicht über die iSite-Vertretungen auf der Nordinsel

i-Site – Da wirst du geholfen!

Die i-Site ist das moderne Fremdenverkehrsamt Neuseelands. Egal welche Frage ihr habt, es gibt immer eine klare und hilfreiche Antwort.

Wie eine Weltreise bzw. ein Backpacker Abenteuer vorbereiten?

Wer eine Weltreise unternehmen möchte, braucht eine gute Vorbereitung. Jörg erzhält euch worauf ihr achten solltet.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen: 5,00 von 5)
Loading...