Neuseeland auf Platz 1 des Social Progress Index

Die Nicht-Regierungsorganisation [→ Social Progress Imperative hat in seiner zweiten Version des [→ Social Progress Index (SPI) Neuseeland an Nummer 1 gekürt.

Im Jahr 2013 wurde dieser Index das erste Mal errechnet. Die Idee dahinter:  „Der soziale Fortschritt einer Nation lässt sich nicht allein am Bruttoinlandsprodukt ablesen“. So hat man einen Index entwickelt, der sich auf die drei Hauptkategorien „Menschliche Grundbedürfnisse“, „Wohlbefinden“ und „Chancengleichheit“ stützt.

Jeder dieser Hauptfaktoren setzt sich wiederum aus bis zu 20 einzelnen Beurteilungskriterien zusammen. Hatte man in 2013 nur 50 Länder betrachtet (Neuseeland war nicht dabei), so sind 2014 für den Index 132 Länder bewertet worden.

Auf Platz 1 befindet sich Neuseeland, knapp vor Schweiz und Island, also jeweils Länder mit einer kleinen Bevölkerung.

Die Hauptfaktoren

Die „Menschliche Grundbedürfnisse“ enthalten Kriterien wie Zugang zu sauberem Wasser, Qualität der Stromversorgung oder auch Mordrate. Neuseeland schneidet hier bei der Müttersterblichkeit unterdurchschnittlich, beim Zugang zu guten sanitären Einrichtungen überdurchschnittlich ab. Im Vergleich reicht es aber in dieser Kategorie nur zu Platz 18.

Zugang zur Bildung, Pressefreiheit oder Selbstmordrate sind Teile für die Beurteilung des „Wohlbefindens“ einer Nation. Neuseeland schneidet hier schon besser ab: Rang 6 von 132 Ländern. Besonders gut bzw. über dem Durchschnitt liegt Neuseeland bei der Pressefreiheit, bei der Internetnutzung und beim Wasserverbrauch.

Besonders hoch schätzt die Studie aber die Chancengleicheit in Neuseeland ein. Absolute Nummer 1 bei den betrachteten Ländern. Sei es bei der Toleranz gegenüber Einwanderern, bei der Meinungsfreiheit, bei den Frauenrechten – Neuseeland liegt hier immer über dem Durchschnitt.

Alles gut?

In einem [→ Artikel im New Zealand Herald beklagt [→ Alan Gamlen, Dozent an der Victoria Universität in Wellington, dass die Ungleichheit in Neuseeland seit den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts zugenommen habe. Er sieht einen Zusammenhang zwischen dieser Ungleichheit und der Auswandung von Neuseeländern.

Wenn man sich die „Scorecard“ ansieht, sieht Neuseeland auch eher nach Durchschnitt aus. Schneidet Neuseeland nur gut ab, weil andere (noch) schlechter sind?

Scorecard von Neuseeland beim Social Progress Index 2014
(Quelle: http://www.socialprogressimperative.org/publications

Auch eine Überraschung: Im Punkt „Women treated with respect“ in der Kategorie „Chancengleichheit -> Toleranz und Akzeptanz“ schneiden die Vereingten Arabischen Emirate mit 99 von 100 Punkten am besten ab. Neuseeland findet sich auf dem 21. Platz mit dem Wert 82 wieder.

Vereinigte Arabische Emirate – bei Frauenrechten auf Platz 1?!
(Quelle: http://www.socialprogressimperative.org/data/spi#data_table/countries/spi/dim1,dim2,dim3)

Fazit

Sicher ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht die Messgröße für das Wohlbefinden einer Nation. Der Social Progress Index ist ein Versuch, dem BIP eine nicht-monetäre Größe gegenüber zustellen. Aber auch dieser Index kann nicht das Lebensgefühl einer Nation „beweisen“. Wir waren zwar bisher nur zweimal für kurze Zeit auf Neuseeland und kennen sicher nicht alle Länder, die in dieser Studie verglichen worden sind – aber das Lebensgefühl, welches die Neuseeländer vermitteln, ist schon einzigartig.

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